Was ist Fanfiction überhaupt, wo kommen sie her? ::: Fanfiction & gesetzliche Rechte ::: Fanfictions im Bücherregal? ::: Streitpunkte Fanfiction Slash & Realperson ::: Meinungen zu Fanfiction
Der Begriff Fanfiction
stammt aus dem Englischen und damit sind erfunden Geschichten von Fans für
Fans gemeint. Gehen kann es dabei um Bücher, Serien, Filme, Musiker, Schauspieler
etc. Dort, wo die Bücher und Drehbücher enden, beginnen die Fanfictions
Fanfiction stammt aus dem englischsprachigen Raum. Dort ist dieser Bereich sehr
weit verbreitet. Offiziell entstanden die ersten Fanfictions bereits im Jahr
1869. Damals zu Geschichten von Lewis Carroll. 1920 wurde erstmals öffentlich
Fanliteratur in sogenannten Fanzines, Magazinen von Fans zu ihrem Genre herausgegeben,
zu Ehren von Jane Austen, gedruckt. Dies sind jedoch nur die ersten belegten
Fanfictions. Spekulationen besagen, dass es Fanfiction eigentlich seit der Einführung
des Urheberschutzgesetztes 1710/1790 gibt. Im Endeffekt ist diese Spekulation
nicht unbegründet, doch man könnte vermutlich sogar noch weiter zurück
gehen, da das weiterspekulieren bekannter Literatur gewiss nicht erst mit Einführung
eines Gesetzes begann. Wenn man es sich recht überlegt, hat jeder Mensch
in seinem Leben schon etwas im Bereich Fanfiction gemacht. Man denke nur an
seine Kindheit zurück, in der man sicherlich auch ein mal Dornröschen
und die Begegnung mit ihrem Prinzen neu aufgelegt hat, oder der Froschkönig
die Prinzessin verschmähte, da diese ihn ja an die Wand geworfen hatte.
Später war man dann der Sohn von Luke Skywalker oder Indiana Jones und
erlebte mit dem Vater viele Abenteuer - zumindest in der eigenen Phantasie.Doch
erst mit dem Internet erhielt dieser Literaturbereich einen neuen Aufschwung
und eine Welle von Fanfiction schwappte auch nach Deutschland. Etwa seit 1995
gibt es auch im deutschsprachigen Raum mehr und mehr Fanfiction. Zurück
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Was unterscheidet Fanfiction von
der Literatur die in den Regalen stellt? Gesetzliche Regelungen?
Das Fanfics (In der Regel) nicht verlegt werden, liegt nicht daran, dass sie
nicht gut genug wären, sondern daran, dass man keine Urheberrechte dafür
hat. Damit wir also nicht in Teufels Küche kommen gibt es den Disclaimer.
Dieser besagt, dass die Geschichte auf einer anderen Geschichte oder einem Film
oder dergleichen basiert, die Figuren zum größten Teil nicht vom
Autor selbst stammen, sondern entliehen wurden und mit der Geschichte kein Geld
verdient wird! Er sollte also keinesfalls vergessen werden!
Leider gibt es Fanfictionautoren, die nicht wissen, was ein Disclaimer ist, sich weigern, einen vor ihre Geschichte zu stellen oder tatsächlich gerne versuchen würden, Geld mit ihren Werken zu verdienen. Das jedoch entspricht in keiner Weise mehr dem ursprünglichen Gedanken von Fanfiction.
Jeder Autor oder geistige Schöpfer eines Werkes (auch Computergames, Filme
und dergleichen), hat erst mal das Recht an seinem Werk. Er darf entscheiden,
ob es veröffentlicht wird, wer es weiterverbreiten darf, ob man irgendwas
daran ändern oder nachdrucken darf usw. Diese Rechte bestehen noch 70 Jahre
nach dem Tod des Autors weiter und werden u.U. auch weitervererbt. Auszüge
aus seinem Werk, auch nur kleinste Teile daraus, dürfen nur mit der Zustimmung
des Autors verwendet werden.
Wenn man also Fanfiction schreibt, holt man sich gewiss keinerlei Zustimmung.
Dennoch ist es in der Regel in Ordnung, so lange man einen Disclaimer vor der
Story stehen hat, in dem man die Rechte ausdrücklich dem ursprünglichen
Schöpfer zuschreibt. Vor Gericht könnte wohl aber auch das nicht bestehen.
Zum Vergleich: Eigentlich müsste man schon die Erlaubnis des Autors einholen,
wenn man einen Satz eines anderen Menschen aus dessen Werk zitiert! Aufgrund
der Tatsache, dass zitieren eine gängige und wichtige Methode in Wissenschaftlichen
und literarischen Schriften ist, geht man hierbei jedoch von einer generellen
Zustimmung aus. ABER: gibt man die Quelle bei einem Zitat falsch oder gar nicht
an, begeht man bereits ein Plagiat!
Rein Theoretisch wäre es also druchaus möglich, dass Jerry Bruckheimer
oder Christopher Tolkien rechtliche Schritte gegen eine Fanfiction unternehmen.
Wer schon mal auf fanfiction.net etwas veröffentlicht hat, hat gewiss auch
die Liste der Autoren gesehen, von denen nichts veröffentlicht werden darf.
Anne Rice z.B. hat ausdrücklcih verboten, dass zu ihren Büchern Fanfics
veröffentlicht werden.
Eine Fanfiction ohne Disclaimer wäre in so einem Fall ja nun wirklich gefundenes
Fressen.
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Kann ich meine Fanfiction veröffentlichen,
also von einem Verlag verlegen lassen?
Im Normalfall leider nein. Es ist unbestritten, dass es Fanfics gibt die nicht
einfach nur Fangeschichten sind, sondern richtig gute Literatur. Allerdings
ist eine Veröffentlichung im Bücherregal schier unmöglich. Beim
Thema Tolkien hat Tolkien Enterprise folgende Aussage getroffen:
Unfortunately we are unable to grant you permission to use the Tolkien
characters, plots, landscape etc. The rights to these Intellectual Property
are all held by the Tolkien Estate who do not grant permission for this type
of request.
I'm very sorry for any inconvenience this may cause you. (Original Email von Tolkien Enterprise, März 2004, Email by Mel)
Genauso wie bei Tolkiens Werken müsste man sich also die Einverständniserklärung der jeweiligen Filmfirma bzw. des Autors holen.
Wie ist es bei Realpersons? Hier ist es nicht anders. Da ihr ja mit dem Namen des Schauspielers oder der Schauspielerin Geld verdienen würdet und daher ohne Genehmigung des Schauspielers/Musikers oder Sportlers nicht möglich. Eine Realperson Fanfiction allerdings (sozusagen die Mutter aller Realperson Fanfictions) wurde veröffentlicht und ist im Handel erhältlich. Die Geschichte heißt Perfect.
Fanfiction kann also nicht nur ein kleines Werk von einem Fan für andere Fans sein. Es ist Literatur, die nur leider kaum Anerkennung auf diesem Gebiet findet. Jedoch wächst die Fangemeinde im Internet ständig. Man teilt seine Träume und schenkt den Lesern schöne Stunden. - Deshalb schreiben wir Fanfictions. Zurück nach oben
Streitpunkt Fanfiction?
Nicht jeder Leser und jeder Autor hat den gleichen Geschmack bzw. vertritt die
gleiche Meinung. Oftmals sind Slash und Realpersons (insbesonders Slash-Realpersons)
ein Streitpunkt. Nun, warum ist das so? Als Autor einer Fanfiction sollte man
gewisse Regeln beachten, so etwas wie ungeschriebene Gesetze. Es ist nicht korrekt
vor allem Schauspielern Suchtmittelabhängig zu machen, sie Selbstmord begehen
zu lassen, Sex mit minderjährigen haben zu lassen oder gar jemand zu vergewaltigen.
Damit überschreitet man als Autor deutlich eine Grenze. Es besteht nicht
nur die Tatsache wegen so einer Geschichte angezeigt werden zu können,
man zieht auch den Ärger der anderen Fans auf sich. Denn, wer möchte
schon lesen, dass sein Lieblingsschauspieler derartig böse Dinge tut? Außerdem
sollte man als Autor überlegen welche Verantwortung man vor allem seinen
jüngeren Lesern gegenüber hat.
Aber sind gleich alle Slash und Realperson Fanfictions schlecht und respektlos?
Nein keinesweges. Es gibt respektlose Dinge wie Drohbriefe an die Beziehungen
von berühmten und beliebten Schauspielern zu schreiben, oder Lügen
in der Presse zu verbreiten sowie seinen Stars ständig aufzulauern. Das
kann man durchaus als respektloses Verhalten von Fans bezeichnen, wo gegen der
Orlando Bloom Fanclub „POC“
entgegen wirken will.
Eine Slash oder Realperson Fanfic ist nicht mehr als pure Fantasy, eine Geschichte
die keinen Menschen Schmerz oder Leid zufügt.
Abschließend möchte ich eines sagen. Könnte man nicht in gewisser
Weise jeder Fanfic als Streitpunkt sehen? Genauso wie man behaupten könnte
Realpersons seihen den Schauspielern gegenüber respektlos wäre jede
Fanfic die wir über Mittelerde schreiben Tolkien gegenüber respektlos.
Schließlich benutzen wir seine erfundenen Charaktere und beschreiben sie
in völlig andere Bahnen, wie Tolkien es sicher nicht (immer) wollte.
Doch letzendlich ist es egal welche Art von Fandom man schreibt. Jede Fanfiction
ist nur unsere Vorstellung, unsere Fantasie und unsere Träume. Jedes Fandom
hat seine Fans, seine Leser und seine Beliebtheit. Fanfiction ist gleich, in
jedem Punkt. Ob Serien, Filme, Bücher und Realpersons! Wenn Fanfictions
schon nicht als Literatur erkannt werden, sollte diese riesige Internetcommunity
wenigstens zusammen halten. Egal welche Ansicht wir vertretten, wir sollten
zusammenhalten, wir Fanfictionseiten, Autoren und Leser. Egal welche Art von
Fanfiction, es ist kein Streitpunkt sondern eine große Gemeinschaft von
Fans die ihre Träume gemeinsam Leben.
Für den Ursprung und die Rechte – Textauszüge von Amancham. Restlicher Text bei Mel.
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