Die Vorgeschichte zur Produktion
über Back Up Deals und Run-Arounds
1996 war es soweit. Peter und Frans arbeit an King Kong ging los, ihr Filmstudio
war Universal. Sie schrieben an den Script und erste Skulpturen wurden in den
Weta Studios gefertigt.
Im selben Jahr arbeitete Universal an dem Vulkan Disaster „Dantes Peak“,
während Twenty Fox zur selben Zeit dem Film „Volcano“ herausbrachte.
In Hollywood ist es ein kleines Disaster, wenn zwei Filme mit dem gleichen Thema
zur gleichen Zeit in die Kinos kommen.
1997 schien sich dasselbe mit King Kong anzubahnen. Columbia arbeitete an „Godzilla“
und Disney an „Mighty Joe Young“ – einen Film im King Kong
Style. Alle drei Filme wären Sommer 1998 in die Kinos gekommen und Universal
war sehr besorgt, hinter diesen beiden Monster Filmen in die Kinos zu kommen.
Peter und Fran versuchten alles, die Produktion von King Kong zu beschleunigen, doch Universal war nervös und die beiden merkten, dass es nicht gut aussah. Die Zahlungen für die King Kong Produktion verzögerten sich immer mehr und schließlich wurde Peter zu einem Meeting gebeten.
In London angekommen bekam Peter die niederschlagende Nachricht. Der Zeitpunkt für Kong war der falsche, für Universal war Kong bereits gestorben.
Peter flog sofort zurück nach Wellington. Mit im Gepäck „Der Herr der Ringe“ Peter wusste, dass dieses Buch nun seine letzte Hoffnung war, nachdem er Kong verloren hatte. Obwohl er für Stunden wach war, schaffte er es nur gute 4 Seiten von "Concerning Hobbits" zu lesen.
Nun kam Harvey Weinstein ins Spiel. Zwischen Universal, Peter Jackson und Miramax
bestand ein sog. Back Up Deal. Dieser Deal bedeutet,
dass wenn Universal aus irgendeinen Grund King Kong kündigen würde,
könnte Peter mit Miramax den „Herrn der Ringe“ drehen.
Saul Zaentz, der die Rechte an dem Film hat, wurde informiert und die Anwälte vermittelten zwischen den beiden Studios. Es dauerte einige Wochen, doch dann konnte die Arbeit am „Herrn der Ringe“ losgehen.
Die drei Bücher mussten in ein Skript für zwei Filme verarbeitet werden. Nach mehreren Monaten intensiver Arbeit stand die erste Skript Version mit 266 Sequenzen und 92 Seiten.
Peter und Fran wurden nach New York geladen um dort mit Miramax weitere Besprechungen zu halten. Das Meeting fand mit Harvey und Bob Weinstein, Jon Gordon und Cary Grant statt. Da die große Produktion teurer geplant war als andere Filme, schloss sich Miramax mit Dimension Film zusammen. 75 Millionen Dollar Budget, bisher waren 40 Millionen Dollar das größte Miramax Budget.
Nachdem Peter und Fran dort einige Sequenzen des Films zeigten, hatte Bob Weinstein Verbesserungsvorschläge:
„Alle vier Hobbits überleben?“ Also, einer muss sterben. Ganz egal welcher, suchen sie sich einen aus. Wir müssen unbedingt einen umbringen.“
Nach weiteren Vorschlägen in der kreativen Besprechung stand für Miramax fest, zwei Filme. Peter und Fran waren sich jedoch klar, um die Stimmung und den Geist des Buches wieder zugeben, wären drei Filme ideal.
Zurück in Wellington, kamen immer mehr Crewmitglieder an Bord. Allan Lee und John Howe, Philippa Boyens, Grand Major und Richard Taylor begann mit seiner Weta Crew an ersten Kostümen und Skulpturen zu arbeiten und Computer Effekte zu entwickeln.
1998, in den ersten Monaten, zogen jedoch Sturmwolken am Himmel
auf. Das Geld war das Problem, 75 Millionen für zwei Filme war zu wenig
für Peter und seine Crew. Miramax hatte zu diesem Zeitpunkt bereits
15 Millionen Dollar investiert. Peter forderte 130-150 Millionen. Doch Miramax
machte es klar. 75 Millionen für beide oder für nur einen
Film.
Eine Besprechung im Juni in New York brachte schließlich die schlechte Neuigkeit für Peter und sein Team. Die zwei Filme waren zu verwirrend, zu viel und nicht so finanzierbar. Es sollte nur noch einen großen Film geben.
Für Peter und Fran war klar, man konnte das Buch nicht so dermaßen kürzen und zerreißen um nachher nur noch einen Film zu haben. Das würde dem Buch, den Fans und Tolkien niemals gerecht werden.
Peters Vorschlag einen 4 Stunden Film zu machen wurde abgelehnt. Er sollte nur zwei Stunden gehen. Sein Vorschlag, zuerst den ersten zu drehen und zu sehen wie er beim Publikum ankäme, ebenfalls. Für Peter war klar, einen einzigen 2 Stunden HDR Film würde er nicht drehen.
Miramax hatte (angeblich) bereits den Direktor John Madden in Gespräch und nach alter Hollywood Manier gehörten alle bereits von Weta produzierten Stücke auch Miramax.
Zurück in Wellington zogen sich Fran und Peter zurück, auf die Wharekauhau Lodge an der Palliser Bay und Frans Geburtstag zu feiern. Sie waren sich sicher, dass sie nur die zwei Film Version machen würden, welche Konsequenzen auch kommen würden, sie würden nicht einen Film drehen. Die Stimmung war schlecht. Die Mitarbeiter bei Weta hatten kaum den Tiefschlag mit Kong verdaut und schon kam das nächste finanzielle Übel auf sie zu.
Es kam zu einigen Anrufen und schließlich wurde auch Miramax klar, dass es für sie günstiger kommen würde, das Projekt an eine andere Filmfirma abzugeben. Harvey Weinstein war damit einverstanden, Peter Jackson Zeit zu geben, ein neues Studio zu finden.
Jedoch waren die Konditionen mehr als „freundlich“
-das andere Studio musste mit zwei Filme einverstanden sein.
-die bereits 15 Millionen investierten Dollar, mussten innerhalb von 72 Stunden,
nach Vertragsabschluss an Miramax zurückgezahlt werden.
-Harvey und Bob würden 5 Cent der ersten Filmeinnahmen erhalten und
-Peter Jackson würde nur 4 Wochen Zeit haben.
Eine Aussichtslose Chance, doch Peter und Frans Einzige.
Fran und Peter stürzten sich in die Arbeit und bereits in der zweiten Woche flogen sie mit jeder Menge Art-Work und einem Video Tape nach L.A. Als Peter in L.A ankam, hatten bereits viele der Studios ein Meeting mit Peter abgelehnt. Twenty Fox, waren interessiert, lehnten aber aus politischen Gründen ab. Über Universal hing noch die schwarze Kong Wolke.
Lediglich PolyGram und New Line wollten sich auf ein Treffen einlassen.
PolyGram war mehr als interessiert, jedoch war die Firma auf den Markt (wurde
später von Universal aufgekauft) und niemand wusste, wie lange es bis zu
einer Übernahme bzw. Verkauf dauern würde.
Die letzte Chance blieb New Line. Am Freitag den 24. Juli 1998 trafen sich Peter, Fran, Ken Kamins, Bob Shaye und Marty Katz in den New Line Büros und dieser Tag sollte für immer für alle Fans in Erinnerung bleiben.
Fragen wurden gestellt. Warum jetzt den Herr der Ringe? Wohin sind die 15 Millionen Dollar geflossen? Warum Peter als Regisseur?
Peter zeigte einen Film, der vieles der Art Work und Bruchstücke der geplanten Filme und ein Interview mit sich selbst zeigte. Am Ende der Vorführung herrschte Schweigen.
Bob Shaye: "Wieso sollte irgendjemand wollen, dass die Kinobesucher 18 Dollar zahlen statt 27 Dollar?"
Alle starten ihn an, zu geängstigt etwas zu sagen. Peter war verwirrt, schlug er ihnen gerade vor, die Kinopreise zu erhöhen?
Bob: "Ich dachte es sind drei Bücher? Ich verstehe nicht, warum ihr zwei macht?"
Peter dachte, dass die alte „Ein-Film-Version“ jetzt wieder aufkommen würde und keiner wusste was er sagen sollte.
Bob: "Tolkien hat die Arbeit für euch bereits gemacht, oder nicht? Tolkien hat drei Bücher geschrieben."
Die anderen nickten.
Bob: "Wenn ihr es richtig machen wollt, sollten es drei Filme sein, richtig?"
Peter und Fran konnten nicht glauben, was sie da gerade hörten.
Mark Ordesky beschreibt Peters Gesichtsausdruck in diesem Moment folgend: „Es war dieser Ausdruck auf seinem Gesicht. Wie jemand, der versucht ein Tier nicht zur verschrecken, dass er auf der Stelle mit Haut und Haar verspeisen will.“
Peter: "Ja, es sind drei Bücher……. Und ja, drei Filme wären fantastisch!"
Damit war es beschlossen, Saul Zaentz Anwalt wurde eingeschaltet und zwischen
Miramax und New Line liefen die Anwaltsleitungen ebenfalls heiß. Es wurde
knapp, noch wenige Tage bis zum Ende der Frist und Miramax musste sein Geld
erhalten.
Im August schließlich war es soweit, Miramax hatte sein Geld und es wurde bekannt, dass Peter Jackson diese Filme drehen würde.
( (c) Melanie Schabesberger 2007)