Hobbit Gespräch
Ein Gespräch mit Dominic Monaghan und Billy Boyd
Wie entwickeln sich Merry und Pippin im Lauf der Handlung?
Dom: Erstmal werden sie gezwungen, reifer, älter zu werden – viel
schneller als Hobbits normalerweise.....Und dabei lernen sie, das anzunehmen,
was mit ihnen geschieht......Merry wird ernster und nachdenklicher, und später,
als er durch den Krieg seelisch schwer angeschlagen ist, findet er zu einem
Mut, der sogar ihn selbst überrascht.....
Billy: Obwohl auch Pippin reifer wird, findet er trotzdem Zeit und Raum für Humor. Im Unterscheid zum ersten Film, in dem er komisch ist, ohne es zu wissen, beginnt er später zu verstehen; im ersten Film weiß er nicht, dass die Dinge, die er macht, komisch sind, später sagt er absichtlich Dinge, um die Stimmung zu heben.........
Dom: Eigentlich war das Erwachsenwerden von Merry und Pippin eine Art „Gemeinschaftsunternehmen“. Make-up und Kostüm trugen sehr dazu bei – besonders Rüstung: wenn du Panzerhandschuhe überstreifst, einen Brustharnisch anlegst und anfängst, ein Schwert zu tragen, gehst dun stehst du nicht nur anders, du empfindest auch anders.....
Billy: Und die Rüstungen der Menschen (und Hobbits) aus Gondor waren phantastisch!
Dom: Aber nicht so gut wie die von Rohan!
Billy: Das sagst Du, Dom, aber mir ist aufgefallen, das die Mädchen am Set mich ganz anders anguckten, wenn ich mein Gondorkostüm anhatte.
Dom: Hm.......
Was ist mit Dominic und Billy? Habt ihr das Gefühl,
dass ihr euch verändert oder entwickelt habt?
Billy: Jeder hat sich verändert. Und da wir uns so nah waren, übernahm
der eine etwas vom anderen – einige Eigenschaften, die wir an anderen
Leuten respektierten und bewunderten....
Dom: Ich bin sicher, das sich beim Casting alle gefragt haben: „Können diese Leute diese Prüfung bestehen? Haben sie die Charakterstärke, es anderthalb Jahre Miteinader auszuhalten?“ Aber wir haben es geschafft! Elijah war beflügelnd, weil er so unglaublich flexibel und fleißig war. Ian McKellen war wie eine Vaterfigur, die man um Rat fragt, Viggo war ein starker, machtvoller Typ, der immer für andere da war, Billy verbreitete immer gute Laune, weil er die Leute zum Lachen brachte, und........
Billy: Bei Dom fühlten sich besonders die Mädchen wohl, keine Ahnung, wie er das anstellte!
Dominic: Peter war ein guter Menschenkenner: er spürte, dass diese Gruppe gut zusammenarbeiten würde, dass ihre Mitglieder sich ergänzen würden – nicht für vier oder fünf Wochen sondern – so lange dauerte es schließlich bis wir endlich fertig waren – für vier oder fünf Jahre..
Hätte es nicht geklappt, hättet ihr euch trennen
können?
Dom: Es hat eiten gegeben, wo jemand genug hatte und die Geduld verlor, aber
wir wurden so gute Freunde, dass wir erkannten, wenn jemand kurz vor einem Zusammenbruch
stand und ob er einen Abend lang Abstand brauchte oder sich bloß mal ausschlafen
musste, ob er besser allein sein sollte oder jemanden brauchte, der ihn in en
Arm nahm
Billy: Ich will in den Arm genommen werden!
Dom: Nicht jetzt!
Billy: Das Großartige war: wenn man mal kurz davor war, alles hinzuschmeißen brachte man sich bloß erinnern, dass man den Herr der Ringe drehte, und das reichte, damit wieder alles ins Lot kam: wissen, dass wir diesen Film machten, den Generationen sehen würden.......
Dann hat man gleich so einen Schrecken bekommen, dass
man glaubte, den Verstand zu verlieren?
Billy: Das stimmt! In den ersten drei Monaten konnte ich nicht daran denken;
jedes Mal, wenn ich daran dachte, kippte ich einfach um!
Dom: Er fiel um, platt auf die Nase.
Billy: Einmal in den Kaktus!
Dominic: Es war wie ein „Itchy & Scratchy“ – Cartoon von den Simpsons! Ich persönlich glaube, dass es zu gefährlich ist, dauernd an die Zukunft zu denken! Ich lebe für den Augenblick und für das Jetzt und Hier.......Wenn du zu viel planst, ist es langweilig, einfach weil du weißt, was als nächstes kommt. Ich will immer durch das, was geschieht, gereizt werden, dass die Dinge mich überraschen.
Billy: Wenn Du das Glück hast, im Leben eine Wahl zu haben, dann, meine ich, musst du entscheiden, ob das, was du im Innersten fühlt, in diesem Augenblick das Richtige ist.............Dieser Film, diese Erfahrung war das Richtige für mich, für uns! Es gibt einen Tag, der mir in Erinnerung geblieben ist. Wir waren auf dem Mount Cook – diesem unsagbar schönen Ort, den man wegen der Umweltgesetzt normalerweise gar nicht betreten darf.....Es waren bloß die Gefährten da und eine sehr kleine Crew, und ich erinnere mich, wie wir dasaßen und Mittag aßen und ich sah Aragorn, Frodo, Sam, Merry und die anderen, die ich alle aus einem Buch kannte, und sie waren hier – und ich war einer von ihnen.
Dom: Mir geht’s genauso
Billy: Wirklich? Also, ich bin müde und könnte gut ein Bad gebrauche..........Ich stinke!
Dom: Das ist wahr! Du stinkst! Du stinkst nach Holunderbeeren und Zauberern!
Interview aus dem Buch: Der Herr der Ringe – Wie der Film gemacht wurde