München - Warum ist eigentlich sein schwarzer Labrador
ständig an seiner Seite? Man sieht Orlando Bloom kaum noch ohne ihn –
selbst beim Interview mit dem People-Magazin CELEBRITY:
"Sidi gehört
einfach dazu, inzwischen. Irgendwann tauchte er plötzlich mit ein
paar Kollegen bei den Dreharbeiten zu "Königreich der Himmel"
in
Marokko auf. Es war fast so was wie Liebe auf den ersten Blick. Er
war damals gerade mal sechs Wochen alt, extrem dünn und völlig
verlaust. Ich musste mich einfach um ihn kümmern und dann brachte ich
es nicht übers Herz, ihn einfach zurückzulassen. Ich ließ
ihn impfen
und konnte ihn dann ohne Problem nach England einführen. Jetzt ist er
mein bester Freund. Ich trage seine Milchzähne als Glücksbringer
an
einer Halskette."
Der edle Ritter in "Königreich der Himmel" ist
seine erste richtige Männerrolle. Auf die Frage, ob er sich durch die
Dreharbeiten verändert hat, antwortet Orlando: "Ja, habe ich
tatsächlich, ich glaube, ich bin auch selbst endlich zum Mann
geworden. Es gibt einige Parallelen zwischen dem, was im Film
passiert, und wie ich mich persönlich entwickelt habe. Es fing schon
damit an, dass ich sehr viel trainiert habe, um körperlich präsenter
zu wirken. Und dann spiel ich in diesem Film die erste wirkliche
Hauptrolle meines Lebens. Zuerst habe ich mir ernsthaft Sorgen
gemacht, ob ich dieser Verantwortung tatsächlich gerecht werden kann.
Ich konnte nachts vor Aufregung nicht mehr schlafen. Aber ich habe
gelernt, mit der Verantwortung umzugehen. Im Film wächst der Ritter
an der Größe der Probleme, mit denen er konfrontiert wird. Für
mich
selbst war es genauso. Ich habe den Film mit einer fürchterlichen
Grippe einen Monat lang in der staubigen Wüste Marokkos gedreht. Das
ist schon so etwas wie ein religiöses Erlebnis..."
Die Wüste hat für
Orlando Bloom auch etwas religiöses: "Die Wüste ist ein guter
Ort, um
den Geist zu reinigen und zu meditieren. Ich habe mich eindeutig
meinem Schöpfer näher gefühlt. Ich bin Buddhist und habe mich
lange
mit der Religion auseinander gesetzt. Sie ist ein Wegweiser durchs
Leben. Ich verstehe vieles besser, bin ausgeglichener,
selbstbewusster. Am Ziel sehe ich mich noch nicht, ich bin noch ein
Suchender."
Man sagt, Orlando hat sich von Kollegin und Freundin Kate
Bosworth getrennt – gibt es schon eine neue Freundin? "Sagen wir
es
mal so: Im Westen nichts Neues...(lacht). Ehrlich gesagt ist die
Arbeit zurzeit meine Geliebte. Da ist es schwierig, eine neue
Beziehung aufzubauen. Zumal ich nie genau weiß, ob sich die Frauen
wirklich für mich oder nur für meine Popularität interessieren.
Aber
dafür habe ich jetzt ja Sidi. Er hat da eine unglaublich gute Nase
und durchschaut Frauen, die es nicht ehrlich meinen."
Auf die Frage
ob er ein Romantiker ist antwortet Orlando Bloom: "Das ist eigentlich
meine Lieblingsrolle. Im Film genauso wie im Leben. Was gibt es
Schöneres, als mit kleinen Gesten das Herz einer Frau zu erobern?
Aufmerksamkeit ist da besonders wichtig. Und Sensibilität. Auch wenn
es fast schon ein bisschen altmodisch klingt: Ich würde gerne von mir
behaupten, dass ich ein Gentleman bin. Ich versuche jedenfalls,
Frauen immer anständig zu behandeln. Das hat meine Mutter mir
beigebracht."
Trotzdem wird er eher als Sexsymbol denn als Gentleman
gefeiert – zu Recht? "Es gibt Schlimmeres, als dass die Leute einen
als sexy bezeichnen. Ich finde es schmeichelhaft. Die Sache mit dem
Sexsymbol und die Aufmerksamkeit junger Mädchen ist sowieso
irgendwann vorbei. Es wird immer eine neue Boygroup oder einen neuen
Star geben. In ein paar Jahren werden meine Poster nicht mehr über
den Betten der Teenies hängen. Sicher gibt es erhebendere Momente in
meinem Leben, als ein Sexsymbol genannt zu werden.... Aber ich stehe
ja noch am Anfang. Den Status von Johnny Depp oder Brad Pitt habe ich
noch lange nicht. Sollte es aber in zehn Jahren noch so sein, fange
ich an, mir ernsthaft Sorgen zu machen."
Quelle: Celebrity Juni 2005