Fulda als Zentrum Mittelerdes
Erste Stars haben ihr Kommen zur „Ring-Con 2005“ in Fulda zugesagt
Von Sabine Schuchardt
FULDA Hobbit Samweis Gamdschie wird nach Fulda kommen. Er wird
im neuen Fuldaer Kongresszentrum durch die Flure gehen, Fans werden ihm zujubeln,
er wird Autogramme geben. Denn im Hotel Esperanto, wie das neue Kongresszentrum
heißt, findet vom 7. bis zum 9. Oktober die „Ring-Con 2005“
statt. Ob Sean Astin alias Samweis Gamdschie jedoch seiner Filmrolle in der
„Herr der Ringe“-Trilogie entsprechend barfuß kommen wird,
bleibt ungewiss. Fest steht, dass die „Ring-Con“ das erste Mal
in Fulda stattfinden wird und zahlreiche Fans von weit her anreisen werden,
um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, Kostüme zu vergleichen und
vielleicht sogar mit einem der Filmstars zu plaudern. Ausgebucht sind laut
Veranstalter bereits Hotels wie das Esperanto und das Bäderpark-Hotel.
Neben Hollywood-Star Sean Astin, der in der Rolle des treuen Sam seinen Herrn
Frodo (Elijah Wood) bis auf den Schicksalsberg im Lande Mordor begleitet,
hat bislang auch Denethor-Darsteller John Noble sein Kommen zugesagt. Die
Veranstalter werben auf ihrer Homepage (www.ringcon.de) zudem mit dem Besuch
des Tolkien-Urenkels Royd Tolkien und Craig Parker. Letzterer spielte zwar
als Elb Haldir nur eine Nebenrolle, starb aber in der fulminanten Schlacht
um Helms Klamm einen beeindruckenden Heldentod.
Für den kundigen Tolkien-Fan liest sich die Gästeliste also schon
jetzt wie das Who-is-Who der Oscar-prämierten Ring-Verfilmung, denn auch
Stephen Ure – er spielte den verschlagenen Ork Grischnakh, der den von
der Riesenspinne Kankra eingewickelten Frodo wegschleppte – ist dabei.
Und auch Déagol-Darsteller Thomas Robins wird in die Domstadt kommen.
Er spielte den Hobbit, den Gollum in seiner Zeit als Sméagol umbrachte,
um an den heimtückischen Schatz, den Ring, zu kommen. „Die richtig
großen Stars des Films regen sich aber erst etwa sechs Wochen vor Beginn
der Convention“, erklärt Sandra Mausolf von der Fed Con GmbH, die
seit 2004 Veranstalter der „Ring-Con“ ist und ihren Sitz in Augsburg
hat. Erst kurz vor Beginn des Zusammentreffens stehe für manche Stars
fest, ob sie nun eine Verpflichtung vor der Filmkamera haben oder nicht.
Nachdem die „Ring-Con“ das erste Mal 2002 in Bonn stattfand –
unter der Regie von Fed Con, der Deutschen Tolkiengesellschaft (DTG) und herr-der-ringe-film.de
– ist sie nun ins verkehrsgünstig gelegene Fulda umgezogen. „Bislang
haben wir 1600 Anmeldungen“, bilanziert Mausolf. Von Januar bis Juli
sei der Andrang erfahrungsgemäß eher ruhig. „Es lebt jetzt
langsam wieder auf“, erklärt die Pressesprecherin weiter und ergänzt:
„Wenn wir bei einer Zahl von 3000 Anmeldungen stehen, können wir
ganz zufrieden sein.“
Wer sich also noch kein Ticket für das dreitägige Ereignis gesichert
hat, kann aufatmen – und sich im Internet anmelden. Auf der Homepage
findet der Tolkien-Fan alles, was er wissen muss, um sich bestens vorzubereiten.
Das Rundum-Ticket für alle drei Tage kostet zum Beispiel 120 Euro. Dafür
gewährt es unter anderem Einlass zu den Autogrammstunden und den Konzerten.
Wer nicht so viel Geld ausgeben will, der übt sich in Geduld. Denn die
Veranstalter geben erst zwei bis drei Monate vor der Convention die günstigeren
Tagestickets aus.
Zum Auftakt der „Ring-Con“ wird es eine feierliche Eröffnungszeremonie
geben – an der auch die Stars teilnehmen werden. Über die drei
Tage verteilt wird ausgiebig gefeiert, es werden fantastische Kostümwettbewerbe
veranstaltet (die genauen Vorgaben sind im Internet einsehbar) und sogar elbische
Musik wird zu hören sein.
Nebenbei können die Besucher natürlich an verschiedenen Workshops
teilnehmen und einen Blick auf mittelirdische und mittelalterliche Händlerangebote
werfen, die während der „Ring-Con“ feilgeboten werden.
Fans dürfen also gespannt sein, welche Überraschungen die diesjährige
„Ring-Con“ bereit hält. Das genaue Programm wird allerdings
erst vier Wochen vor dem Zusammentreffen im Internet veröffentlicht.
Eines ist schon jetzt gewiss: Im Mittelpunkt steht das Werk von J.R.R. Tolkien,
der sein zum Kult avanciertes Buch 1954/55 geschrieben hat und seitdem die
Träume unzähliger Menschen beflügelt und sie in die zauberhafte
Welt Mittelerdes entführt hat.
Quelle: 11.06.2005 Fuldaer Zeitung