London in Celebration – ein Reisebericht

Donnerstag - 26. Juli:
Die Stadt der Städte erwartet uns

Endlich ist es soweit, ich fliege nach London. Zusammen mit meiner Freundin Caro, mit der ich zusammen in New York als Aupair war. Seit wir vor vier Jahren aus diesem Abenteuer zurück gekommen sind, haben wir nur gelegentlich Email Kontakt und sehen uns höchstens ein bis zweimal pro Jahr.

Caro wird im September nach Amerika auswandern um bei ihrem Freund zu sein. Ich finde das mutig und deshalb brauchen wir diesen Urlaub zusammen.

Wohnen werden wir bei Terri, die auch mit uns Aupair war und jetzt mit ihrer Familie in London lebt. Terri ist eigentlich aus Südafrika und muss in England leben um einen vollständigen britischen Pass zu bekommen. Sie lebt jetzt seit vier Jahren in Großbritannien und hasst London. Ich werde herausfinden was an dieser Stadt, von der ich nur Aufregendes und Schönes gehört habe, so schlimm ist.

Also los geht’s. Ich verabschiede mich von meinem Freund, als er morgens zur Arbeit geht und verspreche mich zu melden wenn wir angekommen sind. Ich klettere unter die Dusche und packe meine restlichen Sachen ein. Während Caro duscht gehe ich zum Bäcker und besorge uns etwas zum Frühstück. Dann kanns losgehen. Mit dem Navigationsgerät vom Schwiegervater ausgestattet geht’s zum Flughafen Frankfurt Hahn.
Die Strecke ist easy und lässt sich super fahren. Rund um das Frankfurter Kreuz landen wir etwas im Berufsverkehr, der aber nach Wiesbaden und Mainz wieder verschwunden ist. Wir quatschen viel und hören Musik.

Am Flughafen angekommen finden wir gleich einen Parkplatz, der etwas außerhalb des Geländes liegt und für 4 Tage 28,- € kosten soll. Damit können wir leben. Also weiter. Wo fährt der Shuttle Bus? Keiner da, ok wir laufen.
Im Terminal stellen wir uns an die Schlange für London Stanstead an und warten bis wir vorne sind und einchecken können.

Der Check In Mitarbeiter will noch nicht mal unsere Reisebestätigungen sehen, ihm reichen unsere Pässe. Gerade noch rechtzeitig fällt mir ein, dass ich eine Deoflasche im Rucksack habe, also nehme ich sie raus und lasse sie den Mitarbeiter noch in meinen Koffer packen. Puh, noch mal Glück gehabt, man weiß ja nie bei den heutigen Sicherheitsbestimmungen. Wir haben noch Zeit und gehen erst noch zur Toilette, bevor wir uns auf die Treppe setzen um unsere zweites Brötchen zu essen. Dann fällt Caro ein, dass sie ihre ganze Kulturtasche im Rucksack hat. Also packen wir unsere Rucksäcke und machen uns auf den Weg zum Sicherheitsbeamten um ihn zu fragen ob es Probleme gibt.

Und wie es die gibt. Das geht nicht, und das auch nicht. Das ist zu groß und das muss umgefüllt werden. Alles muss in einer Plastiktüte sein.
So´n Scheiß.
Wir müssen also noch eine Plastiktüte kaufen und dann in einer Apotheke noch zugelassene Behälter zum umfüllen, von Bodyspray und Styling-gel, kaufen.
Als dann endlich alles gepackt ist und wir zum Zoll kommen, heißt es wir sind zu spät und der Zollbeamte macht gleich zu. Wir legen also einen Zahn zu und flitzen zu unserem Gate. Der Beamte grinst, fragt wo´s hingehen soll und lässt uns noch durch. Dann stehen wir an, weil die noch gar nicht mit dem boarden angefangen haben. Wozu also die Eile? Keine Ahnung, aber es gibt eben Dinge die muss man einfach nicht verstehen.

Im Flugzeug angekommen, bekommen wir Sitzplätze am Notausgang und können sogar unsere Beine ausstrecken. Luxus. Wir quatschen weiter und die Aufregung steigt. In der Luft schalte ich meinen MP3 Player ein und Caro schaut aus dem Fenster. Keine 40 Minuten später landen wir in Stanstead.

Gut, dass wir die Busfahrkarten zur Victoria Station schon in Deutschland gekauft haben, also können wir gleich nachdem wir unsere Koffer haben und auf der Toilette waren nach draußen gehen. Wir sind die letzten die in den Bus reingelassen werden und schon geht’s los. Auf nach London.

Es ist Donnerstagmittag und wir brauchen über eine Stunden bis wir an der Victoria Station angekommen sind. Großer Bahnhof. Fast so wie die Grand Central Station in New York. Aber egal. Wir finden das schon.
Also ab zur Tube Station und Terris Mail rausgekramt: Victoria Station - buy a weekly travel card (tubes) as it will work out much cheaper - zone 1-6 that incl. bus passes as well). I work in Acton (West London) I have asked to take a 2 hr lunch so that I can meet you girls maybe at Acton Town Tube Station.
(So, At Victoria Tube Station you'll need to take the District Line 'Green line') - all the way to Acton Town... I'll meet you girls there (keep your mobile on please, will give you a call)...

Klingt einfach. Am Automaten gibts diese Wochenkarten nicht, was wir erst rausbekommen nachdem wir einen anderen Passanten gefragt haben. Wir müssen also zum Schalter. Dort fallen uns fast die Augen aus dem Kopf. 43 Pfund!!! Shit, so viel hab ich nicht im Geldbeutel, weil ich den Rest des getauschten Geldes im Koffer habe.
Visa, die Freiheit nehm ich mir, oder wie heißt das so schön.

Mit einer Weekly Oyster Card bewaffnet suchen wir einen Fahrplan und die Green Line District Line nach Acton Town. Also weiter. In der Bahn schicke ich eine SMS an Terri, dass soweit alles funktioniert hat und wir jetzt auf dem Weg nach Acton sind.

Als das Handy klingelt, sagt Terri dass sie uns mit dem Taxi abholen wird, weil es regnet und ich mich wieder melden soll wenn wir in Acton angekommen sind. Gesagt getan. Wir warten beim Blumhändler, schicken ein SMS und sehen uns um. Aus welcher Richtung sie wohl kommt? Wie wird sie aussehen, schließlich haben wir uns vier Jahre nicht mehr gesehen? Die Aufregung steigt weiter.
Schließlich kommt sie angerannt und wir laufen mit unseren Koffern im Schlepptau zum Taxi. Es schüttet aus Eimern. Herzlich Willkommen in London!

Auf der Fahrt zu ihrem Büro, erklärt sie uns, dass ihr Area Director ausgerechnet heute da ist und wir deshalb nur unsere Koffer abstellen dürfen und uns dann schnellstens verdrücken sollen. Im Büro angekommen, scheint wieder die Sonne und wir beschließen nur etwas essen zu gehen und einen Kaffe zu trinken, da Terri sowieso in eineinhalb Stunden Feierabend hat und es sich nicht lohnen würde zurück in die City zu fahren.

Um 6 Uhr Abends holen wir sie auf der Arbeit ab und gehen zum Bus. Nach eine guten halben Stunde Fahrt sind wir in Ealing angekommen. Nicht ganz 10 Minuten müssen wir laufen und sind bei ihrer Wohnung angekommen. Ihr Stiefvater David und Cousin Bryat (ich hab leider keine Ahnung, ob man den namen so schreibt. Brad, so spricht man es aus, möge mir verzeihen) ist da, ihre Mutter ist noch am arbeiten. Wir beziehen unser (Terris) Zimmer und ziehen uns um. Nachdem wir etwas gequatscht und etwas getrunken haben, gehen wir noch spazieren.

In Ealing gibt es einen süßen kleinen Kanal an dem man spazieren gehen kann und es kommt mir vor als wäre ich in Holland, aber nicht in einem Vorort von London.
Wir gehen in den örtlichen Pub und setzen uns in den Garten. Wieder quatschen wir, über unser Aupair Jahr, über uns jetziges Leben und über das was wir noch erwarten.

Zurück zu Hause gibt’s Lasagne und danach fallen wir todmüde ins Bett.

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Freitag - 27. Juli:

No Groups im Harrods – Lost at Knightsbridge - Orlando im Theater und Crazy Chicks

Zweiter Tag. 7.00 aufstehen um mit Terri zur Arbeit zu fahren. Sie erklärt uns welcher Bus und welche Station. Wir beschließen uns einfach mal eine der beschriebenen Touren im Reiseführer zu versuchen und verabreden uns, Terri um 6 Uhr wieder von der Arbeit abzuholen.

Mit der Tube geht’s in die Stadt zum Leicester Square. Wir wollen uns die Gegen ums Theater mal näher angucken und haben dann auch langsam Frühstückshunger. Vor dem Theater stehen ein paar junge Mädchen und schmachten Orlandos Poster an. Mann-o-Mann, dass kann ja heiter werden. Also weiter: Frühstück!

Nachdem Frühstück, bei dem ich die versprochenen Postkarten nach Hause schreibe, geht’s wieder in die Tube zur Station Knightsbridge wo unsere Tour beginnen soll. Kaufhaus Harrods ist nicht weit, also müssen wir uns das natürlich ansehen. Summer Sale, last Day- Ganz schlechter Tag für Touristen. Wir gehen rein und schauen uns etwas um. Ist auch nicht anders wie das Macys in New York. Beim Rausgehen nehmen wir den falschen Ausgang und landen auf der anderen Seite. Doch wieder reingehen lassen sie uns nicht: No Groups!!
Hä? Hallo, wir sind zwei Girls, keine Gruppe von 10??
No Groups!

Hey whatever, was solls. Gehen wir eben außen rum. Ganz falscher Fehler. Durch die vielen Baustellen laufen wir dann, als wir wieder auf der eigentlichen Straße für den Beginn unserer Tour sind, in die falsche Richtung und landen am Hyde Park.

Na ja, nach endlosen Versuchen noch die richtige Richtung zu finden, schaffen wir es dann auf die New Bond Street zur Oxford Street. Zwischendurch habe ich noch einen Zwischenstopp bei Audi eingelegt um den neuen R8 für meinen Freund zu fotografieren. Nice Car.

Nach einem kleinen Bummel über die Oxford Street war es auch schon wieder Zeit den Rückweg nach Ealing anzutreten um uns fürs Theater und für Orlando hübsch zu machen.

Ganz ohne Terris Hilfe haben wir das Haus wieder gefunden, Problem war nur, dass wir die Nummer für den Toröffner nicht mehr zusammen bekommen haben. Wir haben also versucht Terri zu erreichen, doch in der Zeit in der wir warteten kam ein Auto und lies uns mit durchs Tor. Bryat machte uns dann auf und wir konnten duschen gehen.

Gerade als wir gehen wollten kam Terris Stiefvater nach Hause und wir mussten ihm noch von dem No Groups Abenteuer im Harrods erzählen. Danach konnten wir zurück zum Bus um nach Acton zu fahren und Terri abzuholen.

Von Acton aus gings dann wieder zu Leicester Square und zum Theater. Die Aufregung stieg ins Unermessliche und wir mussten zuerst noch zur Toilette. Unsere Plätze lagen in der 5. Reihe von vorne mit einem wirklich sehr guten Blick auf die Bühne. Bevor es losging blätterte ich noch in meinem Programmheft und hatte Zeit mich etwas umzusehen. Also das Publikum war durchweg gemischt, nicht nur junge Girls, sondern auch Pärchen alles Altergruppen oder Freunde. Durch das Stimmengewirr war ab und zu auch mal der eine oder andere deutschte Wortfetzen zu hören. Also gab es tatsächlich noch mehr Verrückte wie uns die nach London fahren um ins Theater zu gehen … na ja ok ich gebe es zu, um Orlando zu sehen.


Dann wurde es dunkel und Orlando betritt die Bühne. Ich halte die Luft an und hoffe, dass die Girls nicht irgendwie kreischen oder sich anderweitig blöd benehmen würden. Es bleibt ruhig. Bei den ersten Sätzen, von Tim Healy (Orlandos Dad im Theater) hatte ich massive Probleme ihn zu verstehen. Mit der Zeit geht es aber dann und ich sinke etwas tiefer in meinem Sitz um die Show (und Orlando) einfach nur zu genießen.
Zwischendurch, vor allem dann wenn Orlando gerade keinen Text zu sagen hatte, musste ich mich extrem auf das Stück und die Handlung konzentrieren, weil ich dazu neigte Orlando zu beobachten. Er saß immer wieder in Gedanken versunken am Rand der Bühne und beobachtete seine Mit Schauspieler. Nur seine Mimik zeigte, dass seine Rolle immer noch auf das reagierte, was im Stück passierte.

Von allen Schauspielern hat mich Paul Hilton als Andrew am meisten überzeugt. Er war rastlos und aufgeregt und brachte das ganz wunderbar rüber. Orlando, der den stilleren Bruder Steven spielte, musste viel mit seiner Mimik und Gestik ausdrücken. Das ist ihm wunderbar gelungen. Also wenn er seine Kritiker mit diesem Stück nicht für sich gewinnen kann, wird er es wohl leider nie schaffen.
Ich bin, ich war es immer, davon überzeugt, dass er ein ganz toller Schauspieler ist und er zu unrecht auf sein gutes Aussehen reduziert wird.

Alles in Allem war es eine schöne Vorstellung, sehr emotional und alle, wirklich ALLE Schauspieler haben einen guten Job gemacht. Es ist wirklich etwas rüber gekommen und man konnte mitfühlen. Es war auf jeden Fall eine lohnende Investition und es hätte sich auch gelohnt, wenn Orlando nicht mitgespielt hätte.

Nach der Vorstellung meint Terri: „As he first came out I thought he was ugly! But then I thought he was hot!!” *gg* that´s my Terri!!

Wir gehen nach draußen und viele junge Mädchen warten bereits an der Seite des Theaters. Ein Auto wartet auf Orlando, und während alle anderen Schauspierl ganz normal und gelassen, das Theater verlassen können, warten alle nur auf Orlando.

Ich fand es irgendwie albern mich da mit anzustellen, weil ich ohnehin in der dritten oder vierten Reihe gestanden hätte. Wir beschlossen also, auf der anderen Straßenseite zu warten und die Chicks zu beobachten.
Als er raus kam (er trug ein grünes T-Shirt und eine braune Jacke) ging das Gekreische los. Die Girls von unserer Straßenseite rannten über die Straße, so dass die Autos nicht mehr durchkamen und am Ende sogar die Polizei kommen musste um die Chicks auf der anderen Seite zurück zu halten. Ich hab versucht wenigstens an einigermaßen gute Fotos zu kommen und habe meinen Fotoaperrat nach oben gehalten und Orlando rangezoomt. Durch das Geschubse und Gequetsche von hinten, sind leider alle Bilder verwackelt.

Ich bewundere Orlando für seine Ruhe und Gelassenheit. Er war super nett, hat fleißig Autogramme geschrieben und den Fans zu gewunken. Ja sogar uns auf der anderen Seite bevor er ins Auto gestiegen ist. Der Fahrer hatte Probleme los zufahren, weil einige der Chicks vor dem Auto standen. Die mussten dann von den Polizisten „entfernt“ werden.

Wahnsinn, also ich könnte so einen Aufriss um meine Person nicht jeden Tag ertrage. Aber Orlando bleibt einfach ruhig, scheint die Aufmerksamkeit sogar zu genießen und freut sich über so viele Fans. Obwohl er sicher auch froh ist, wenn er einfach nur nach Hause oder sich mit Freunden treffen kann.

Als sich der Massenauflauf wieder etwas aufgelöst hatte und die Autos wieder normal über die Straße fahren konnte, sind wir dann noch essen gegangen. Indisch. Wirklich lecker. Furchtbar scharf aber super lecker.

Wir haben uns beim Essen über das Stück und Orlando unterhalten und hatten einen sehr schönen Abend zusammen.

Zurück zu Hause fallen wir in die Betten und beschließen am Samstag auszuschlafen und auf Terri (die wieder arbeiten musste) zu warten bevor wir wieder in die Stadt fahren.

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Samstag - 28. Juli

Ausschlafen – Back to the City – Wieder keine Fotos – Book Bar –

Am Samstag mussten wir dann wirklich erst mal ausschlafen, Terri musste ja leider arbeiten und kam nicht in diesen Genuss. Aber Caro und ich blieben bis um 11 Uhr im Bett. Zwischen dem Duschen und einem kleinen Frühstück, quatschen wir immer wieder über den gestrigen Abend und das Theater.
Weil Samstags immer zwei Vorstellungen von „In Celebration“ sind, beschließen wir das mit den Fotos heute noch mal zu versuchen.

Terri kommt um 1 nach Hause und nachdem sie sich umgezogen hat, geht’s zurück in die City. Ab zum Leicester Square und zum Theater. Kleiner Zwischenstopp bei Starbucks und es warteten schon wieder Chicks am Bühnenausgang. Mann-o-Mann, Orlando kann einem echt leid tun. Weil sich die Zahl der Mädchen aber echt in Grenzen hält, im Vergleich zum Abend davor, wollen wir es versuchen und stellten uns zu den anderen. Wir kommen mit ein paar anderen ins Gespräch und unterhielten uns über das Stück und natürlich über Orlando. Ein kleines Mädchen, von höchstens 10 oder so, wartet mit ihrem Papa auf Orlando. Ich finde das toll und muss an meine Boygroup Zeit denken. Mein Papa hätte das auch gemacht, und hätte sich mit mir stundenlang irgendwo hingestellt um auf meinen „Star“ zu warten. Mein Papa war/ist mein Held, und so ist Claras Papa. Er erzählt uns dass sie aus Dänemark hier Urlaub machen und die Mutter mit der Schwester im Cafe gegenüber beim Kaffee sitzen, während er mit Clara hier wartet. Wir treffen sogar noch ein Ex Aupair aus Deutschland und kommen mit zwei englischen Mädchen ins Gespräch. Mit beiden tauschen wir die Email Adressen, um eventuell entstehenden Fotos später untereinander auszutauschen.

Irgendwann werden es immer mehr Girls und die Security muss Absperrgitter auf die Straße stellen. Einer der Männer fragte mich dann ob Clara meine Schwester sei. Brav wie ich bin, sage ich „Nein“ und frage dann ob die Kleine später dann irgendwie nach vorne gehen könnte, weil sie sonst gar nicht sehen würde. Er grinst nur und meint, er hat eine bessere Idee.

Kurz bevor die anderen Schauspieler raus kommen macht er Platz und läßt Clara mit ihrem Papa in den Gang zum Bühnenausgang gehen, damit sie Orlando auch sehen kann. Tim Healy kommt als erstes und fängt an Autogramme zu geben, er geht sogar bis in die Menge rein um alle zu erwischen.

Als Orlando dann auftaucht (er trägt graue Jeans und einen grauen Kapuzenpulli mit der Kapuze auf dem Kopf), spricht er zuerst mit Clara und ihrem Papa, was ich nicht sehen kann, aber Caro mir später erzählt.

Die Girls hinter uns fangen an zu schubsen und Orlando schreibt seine Autogramme. Ich kann einige Fotos von ihm von hinten machen, und als er gerade auf Caros Programmheft unterschreibt guckt er zu mir, sieht das ich meinen Fotoaperrat auf ihn gerichtet habe und grinst.
Und was passiert: Mir gehen die Batterien leer. Shit!!

Orlando unterschreibt mein Programmheft und unterhält sich kurz mit den englischen Mädchen vor mir. Dann dreht er sich zu den anderen um und winkt. Ich nehme mein Heft und blättere auf die Seite, auf der die einzelnen Schauspieler noch mal beschrieben werden und halte das Heft neben die Mauer. Ich kann nicht sehen was Orlando macht und auf einmal merke ich dass mir jemand mein Heft abnimmt. Caro, die um die Ecke gucken kann, meinte nur dass Orlando mit meinem Programmheft weggehen würde.

Nee oder? Erst die Batterien und dann rennt der mit meinem Autogramm weg.
Aber er kommt wieder zurück, lugt um die Ecke nach dem Besitzer des Programmhefts (mir *gg*) und gibt es mir zurück. Ich hab mich ganz brav bedankt, und er schenkt mir ein Lächeln mit einem Zwinkern und einen tiefen Blick in seine Schokoaugen.

Ich fühl mich wie 14!

Scheiß doch auf die Bilder, ich hab zwei Autogramme und ein extra süßes Lächeln bekommen. Wahnsinn!
Das Grinsen auf meinem Gesicht ist an diesem Tag wie festgeklebt und ich war wieder in meinen Teeniejahren angekommen.

Ob Orlando weiß, was er mit seinem Lächeln anrichten kann?

Na ja mein Tag war danach auf jeden Fall gerettet. Wir sind noch etwas durch die Stadt gelaufen, waren am Leicester Square etwas essen und haben uns dann in den Park gesetzt um die Leute zu beobachten.

Am Abend wollte Terri uns dann eine südafrikanische Bar zeigen, weil wir ja eigentlich zu ihren Freunden fahren wollten, es dafür aber mittlerweile schon zu spät war.
Also machen wir uns auf den Weg nach Convent Garden. Dort steht ein Zauberer auf dem Platz, der eine 20 Pfund Note in einen 1 Dollarschein verwandeln kann. So was finde ich cool, und der Typ war auch noch richtig lustig. Dann nimmt er drei Becher und meint er suche „the cutest kid!“ ein kleiner blonder Junge bekommt die erste Tasse. Dann geht er weiter und sucht nach einer sexy Lady. Er bleibt vor mir stehen. Ups.
Er will meinen Namen wissen, und fragt dann ob ich irgendwelche sexy Ladys im Publikum sehe. Ich deutet auf Caro, weil mir nichts Besseres einfällt und er grinst, bevor er mir die zweite Tasse in die Hand gibt.

Dann sucht er noch einen „strong guy“. Leider findet er nur einen der kein Englisch spricht und alles von seiner Freundin oder Bekannten übersetzt bekommen musse. Plötzlich wird der Nieselregen stärker und wir müssen unter das Vordach von einem Geschäft, wo er seine Zaubershow fortsetzen kann. Er zaubert mit dem „cutest kid“ und der erste Tasse. Ich hab vergessen was er genau gemacht hat. Danach kommt er zu mir und gibt mir einen roten Softball in jede Hand.

„Squeez it thight!“ meint er und ich schließe meine Hand. „Not to tight, their my balls!“

Er nimmt den zweiten Ball an sich und sagt, ich soll meine Hand geschlossen halten. Er würde seinen Ball verschwinden lassen.

Der Ball verschwand wirklich und er sagt er wäre in der Tasche von diesem nicht englisch sprechenden „strong guy“. Der versteht ihn nicht und sucht seine Taschen erst nach der Übersetzung ab. Der Zauberer meint nur „never mind, it´s in her hand“. Er deutet auf mich.
Ich schwöre ich habe meine Hand die ganze Zeit über nicht geöffnet und hatte plötzlich zwei dieser Bälle in der Hand. Keine Ahnung wie er das gemacht hat.

Leider kamen dann zwei Security Leute von diesem Geschäft, bei dem wir uns untergestellt hatten und meinten etwas von „Private Properties“. Der Zauberer bedankt sich bei den Zuschauern und darf seine Zaubershow leider nicht fortsetzen.

Danach sind wir noch durch den Food Market von Convent Garden gelaufen und wollen dann zu der versprochenen südafrikanischen Bar. Terri wusste leider nicht mehr genau in welcher Straße diese war und musste ihren Arbeitskollegen Ben anrufen. „Listen Sunshine, wheres the Book Bar?“ - „Take a left at Convent Garden Tube Staion, follow that street down!“

Ok, was auch immer, auf jeden Fall haben wir diese Bar zuerst nicht gefunden, und Terri hat schon irgendwelche fremden Typen angequatscht. „I wonder if you could help me?“ - „What wrong honey?“ - „Where am I?“ *gg*

Im Endeffekt hat sich herausgestellt, dass wir im Kreis gelaufen sind und die Book Bar gar nicht so weit weg war. Dort angekommen trifft Terri gleich auf einen Bekannten, der ihr mal irgendwann Karten für ein Rugby Game gegeben hat. Leider war dieser Kerl sturzbetrunken und wusste nicht mehr wirklich was er von sich gab. Er wiederholte sich ständig und die Einzige die über ihn lachen konnte (wahrscheinlich auch die Einzige, die ihn richtig verstanden hat) war Terri.

An der Bar standen zwei andere Typen, die uns schon die ganze Zeit beobachtet hatten. Als dann eine Zwei-Mann Band anfing zu spielen und es immer voller wurde stand ich neben einem dieser Typen und er fragt: „Where are you from?“ - „Germany!“ – „What are you doing in here?“

Wirklich nett. Nur weil ich nicht aus Südafrika bin, macht der mich gleich schräg von der Seite an, was ich in der Book Bar zu suchen hatte. Ich besuche meine südafrikanische Freundin. Ist das verboten?

Irgendwie waren alle Typen strange an diesem Abend und deshalb blieben wir auch nicht lange.

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29. Juli

Sightseeing – London Eye – Tower Bridge – Trafalgar Square

Am Sonntag schlafen wir auch etwas länger und fahren erst gegen Mittag in die Stadt. Zuerst zum London Eye. Leider waren dort so viele Leute, dass wir mindestens 5 Stunden hätten anstehen müssen, und weil Terri nicht mit wollte beschließen wir nicht mit zu fahren. Danach wollen wir zur Tower Bridge. Da es bis dahin aber locker 40 Minuten zu laufen gewesen wären, nehmen wir den Bus. Gut, dass wir diese Weekly Travel Card hatten, so mussten wir für den Bus nicht mehr bezahlen.
An der Tower Bridge angekommen, wollen Caro und ich sie wenigstens auch von innen sehen und den Ausblick von oben genießen. Terri setzt sich also auf die Mauer davor und wartet auf uns. Blöd, aber na ja.

Von der Tower Bridge gehts noch zum London Tower Souvenir Shop, um den Leuten zu Hause auch etwas mitbringen zu können.
Ich entdecke Schottenröcke und versuche Terri zu erklären, dass ich diese in diesem Jahr an Sylvester tragen muss, weil wir im Hotel eine Schotten Party feiern würden, und die Kellner deshalb eben Schottenröcke tragen. Die Verkäuferin hatte unser Gespräch mitbekommen und wollte wissen wo wir herkommen. „Germany – near Frankfurt!“
Sie grinst und antwortet in astreinem Deutsch: „Meine Tante kommt aus Darmstadt!“

Die Welt ist ein Dorf!

Zurück in die Stadt nehmen wir den Bus zum Trafalgar Square und enden dann zum Abendessen wieder am Leicester Square.

An diesem Abend fahren wir früher zurück nach Ealing, weil Terri noch eine Geburtstagskarte für ihre Mum basteln will und wir ja auch noch unsere Koffer packen müssen.

Wir überreichen noch unsere Geburtstaggeschenk an Terris Mum und gehen dann früh ins Bett.


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30. Juli

Notting Hill - Buckingham Palace – Victoria Station – Back home

Am Montagmorgen müssen wir wieder früh aufstehen und mit Terri in die Stadt fahren. Wir lassen unsere Koffer wieder bei ihr im Büro, uns werden uns noch etwas die Stadt ansehen bevor wir am Abend wieder nach Hause fliegen.

Gesagt getan, also weil Caro unbedingt nach Notting Hill wollte (obwohl alle zu uns sagten, da gäbe es nichts zu sehen), nahmen wir den Bus dort hin.

Nach einem kurzen Rundgang über Portobello Road (wo die meisten Stände erst aufgebaut wurden, weil wir ja so früh waren) suchen wir uns ein Cafe zum frühstücken. Wir landen im Mitchs (oder so ähnlich) gegenüber Hugh Grants Buchladen aus „Notting Hill“. Natürlich war es nicht der wirkliche Buchladen, denn die Kulisse steht ja in den Universal Studios in Hollywood, aber es war der Buchladen, der Pate gestanden hat um dem im Film zu realisieren. Natürlich mussten wir uns auch dort kurz umsehen.
Danach fahren wir mit der Tube zum Buckingham Palace, dort war allerdings irgendeine Ausstellung (Lizzy´s Kleider, Lizzy´s Schmuck … whatever), auf jeden Fall warten haufenweise Leute davor und wir machen unsere Bilder nur von außen. Caro war tierisch enttäuscht, dass die Wachleute so weit weg standen und sie die nicht fotografieren konnte. Nach einer kurzen Rast am Brunnen, treffen wir auf zwei andere deutsche Mädchen, denen wir noch empfehlen sich „In Celebration“ anzusehen.

Auf dem Weg zurück zu Terris Büro überlegen wir uns, dass es besser wäre die Busfahrkarten zum Flughafen bereits im Voraus zu kaufen. Das heißt, auf zur Victoria Station. Der Terravision Schalter war allerdings nicht besetzt und ein Schild schickt uns direkt zu den Bussen. Der kleine, ziemlich unfreundliche, Italiener meint wir sollen warten bis der Bus voll besetzt war, danach könnten wir unsere Tickets kaufen.
Nach 20 Minuten Warten frage ich eine der Kartenverkäuferinnen, die uns dann aber mitteilt, dass sie heute keine Fahrkarten im Voraus verkauft.
Super, das hätte uns der kleine Mistkerl auch vorher sagen können. Na ja egal, wir lassen uns unseren letzten Urlaubstag nicht verderben.

Also ab zum Mittagessen und dann zurück zu Terris Büro.

In Acton Town angekommen verabschieden wir uns von Terri und ihrem Arbeitskollegen Ben, und versprechen uns dass es bis zum nächsten Wiedersehen keine 4 Jahre dauern würde. Terri würde nach Deutschland kommen, sobald sie ihren britischen Pass hatte und nicht mehr für jede Reise ein Visum brauchen würde.

Wieder zurück zur Victoria Station und dann ab in den Bus. Auf der Fahrt zum Flughafen hören wir Musik und ich knipse noch ein paar Fotos. Wir beide hängen unseren Gedanken nach und schwiegen deshalb die meiste Zeit.

London ist eine wunderschöne Stadt, und ich war mit Sicherheit nicht das letzte Mal dort. Die Stadt, das Wiedersehen um Terri und Caro und natürlich Orlando live. Es war ein schöner Urlaub. Beim nächsten Mal nehme ich meinen Freund mit!

Cheers,
Sabrina (Gracie)

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Bericht bei Gracie - Augst 2007


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