Edler Ritter

Im Kino geht er für Jerusalem auf Kreuzzug, privat sucht Orlando Bloom (28) nach der großen Liebe und findet Kraft im Buddhismus.


Sie sind gerade dabei Stars wie Brad Pitt als Sexsymbol abzulösen. Wie gehen sie mit ihrem wachsenden Ruhm um?

OB: Es macht Spaß, und ist zugleich überwältigend und einschüchternd. Und manchmal kann es auch nervig werden. Man betritt einen Raum und plötzlich fängt jeder an zu flüstern und ist total verlegen. Manche stehen nur da und starren mich an. Dann versuche ich ein Gespräch anzufangen, damit die Leute sich entspannen. In solchen Situationen fühle ich mich sehr unwohl. Ich sehe mich als Schauspieler und nicht als Sexsymbol. Was ich mag, sind Briefe von Fans. Gerade neulich schrieb mir ein Mädchen: „Orli, du bist nicht nur ein Sexsymbol, sondern auch ein netter Typ.“ Das fand ich süß.

Sie haben mit Brad Pitt und Johnny Depp gedreht. Gaben die ihnen Tipps, wie man mit dem Berühmtsein umgeht?

OB: Ich habe beide beobachten können, das hat mir schon viel gebracht. Einmal, als ich mit Brad auf Malta „Troja“ drehte, kamen wir abends aus einem Restaurant und ein Blitzgewitter ging los. Eine Menschenmenge verfolgte ihn, aber er blieb völlig cool und höflich. Das hat mich sehr beeindruckt. Er sagte nur: „Lächeln und nicht stehen bleiben, dann lassen sie dich in Ruhe.“ Mit Johnny sprach ich mal darüber, wie verrückt ich es finde, wie viel manche in meinem Job verdienen. Und er antwortete: „Hmmm, ein Privatleben kann ganz schön teuer werden. Plötzlich brauchst man für seine Familie Bodyguards, um sicher zu sein und weiterhin seine eigenen Wege gehen zu können.“ Er riet mir auch, alte Freundschaften zu pflegen, denn Familie und alte Freunde verändern sich nicht, egal was passiert.

Haben ihnen Brad und Johnny auch über die Trennung von ihrer Freundin Kate Bosworth geholfen?

OB: Sicher. Aber ich möchte eigentlich nicht viel zu der Trennung von Kate und zu den Gründen sagen. Außer, dass sie unvermeidbar war und ich die ersten Wochen danach ziemlich gelitten habe. Wir wünschen uns doch schließlich alle, die wahre, echte Liebe zu finden. Umso härter ist es, wenn man sie dann wieder verliert.

Und jetzt sind sie erneut auf der Suche nach der großen Liebe?

OB: Ja, Von solchen Rückschlägen darf man sich nicht entmutigen lassen. Die gehören zum Leben dazu. Ich fange jetzt einfach wieder von vorne an.

Was macht eine Schauspieler-Beziehung kompliziert?

OB: Die Entfernung. Wenn beide an unterschiedlichen Orten drehen, ist man oft monatelang voneinander getrennt. Da entfremdet man sich leicht.

Mit „Königreich der Himmel“ haben sie schon wieder einen Kostüm-Film gedreht. Was reizt sie an diesen Rollen?

OB: An „Königreich“ hat mir Balian, mein Charakter, gefallen. Er ist ein junger Mann, der sich auf eine spirituelle, politische und emotionale Entdeckungsfahrt begibt, um Jerusalem zu retten. Er wird zum Ritter geschlagen und ist ein edler, sehr ehrenhafter Mensch. Das ist ein Charakterzug, den ich mir versuche ebenfalls anzueignen.

Stimmt es, dass sie Buddhist sind?

OB: Ja. Diese Philosophie hilft mir. Durch sie komme ich besser mit dem Showbiz und all seinen Verrücktheiten klar. Ich möchte ein menschliches Wesen bleiben und nicht ein abgehobener Hollywoodstar werden. Und meiner Meinung nach kann man als Mensch nur durch Spiritualität wachsen. Der Buddhismus zeigt mir den Weg dazu.

Demnächst fangen die Dreharbeiten zum zweiten teil von „Fluch der Karibik“ an. Freuen sie sich schon?

OB: Und wie. Die Zeit der Dreharbeiten zum ersten teil war eine der besten in meinem Leben. Was daran lag, dass ich mit Johnny Depp drehen durfte, der schon immer einer meiner großen Helden und Vorbilder war. Er ist nicht nur einer der besten Schauspieler, sondern auch ein wirklich guter Mensch, der sich selbst treu geblieben ist und nur das dreht, was ihm auch Spaß macht.

Ihre Begeisterung für Johnny Depp zeigt sich auch in ihren Outfits, die sich zum teil sehr ähneln.

OB: lacht Das müssen sie Samantha, meiner großen Schwester, sagen. Die kleidet mich oft ein. Sie findet nämlich, dass ich nicht cool genug bin. Sie hat einen wirklich guten Geschmack und ich gehe gerne mit ihr shoppen.

Quelle: Joy Mai 2005

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