Man könnte ihn auch für einen Rockstar halten. Verwaschene Levis Jeans, ein Hemd, das lässig über der Hose hängt, die Haare fast schulterlang, am rechten Handgelenk Freundschaftsbändchen sowie ein derbes Lederarmband, um den Hals eine schwere Silberkette mit Sonnenmotiv. Im Gegensatz zu vielen Stars aus der Musikbranche ist Schauspieler Orlando Bloom allerdings beim Interview im „Regent Beverly Wilshire Hotel“ im noblen L.A- Stadtteil Beverly Hills ausgeschlafen und munter. Und auch Fragen über sein Style beantwortet er offen und freundlich:
Wie würden Sie ihren persönlichen Modegeschmack
beschreiben?
Böse Zungen behaupten, ich hätte gar keinen. Aber ehrlich, gesagt,
bin ich auch wirklich kein Experte in Sachen Mode. Was aber nicht heißen
soll, dass sie mich gar nicht interessieren würden. Ich bevorzuge grundsätzlich
eher legere Kleidung, als Jeans, T-Shirts und Hemden. Allerdings dürfen
die Teile gern bunt sein, ich liebe fröhliche Farben.
Sie haben vor zwei Jahren einen Werbespot für das
Modelabel GAP gedreht.....
Ja, mit dem GAP-Stil kann ich mich sehr gut identifizieren, der trifft genau
meinen Geschmack. Denn ich reise sehr viel, bin ständig auf Achse. Wenn
man viele Stunden im Flugzeugen oder am Filmset im Wohnwagen auf die nächste
Szene wartet, dann ist es einfach sehr angenehm, wenn man bequeme Klamotten
anhat.
Lassen Sie sich beraten, wenn es um die Auswahl ihrer
Kleidung geht?
Klar, für die Meinung andere bin ich sehr offen. Meine erste Moderberaterin
war meine ältere Schwester Samantha. Sie hat mich schon als Kind eingekleidet
– mit witzigen gebrauchten Klamotten aus Secondhandläden. Am liebsten
mochte ich den Cowboylood mit Westernstiefeln und karierten Hemden.
Den Sie immer noch mögen?
Nein, mittlerweile ist das nicht mehr ganz mein Ding. Heute verlasse ich mich
gern auf die Auswahl der Profi-Stylisten, die mich bei Fotoshootings oder Dreharbeiten
einkleiden. Zugleich sind das gute Lehrstunden, um zu erfahren, welche Modestile
gerade angesagt sind. Denn zum Shoppen fehlt mir einfach oft die Zeit.
Bekommen Sie Kleidungsstücke gratis, weil sie prominent
sind?
Ja, ehrlich gesagt, das ist in der Branche so üblich. Und viele der Hemden
und Hosen, die ich bei Fotoshootings trage, darf ich auch behalten. Das ist
schon praktisch, denn meistens sind es brandaktuelle Teile von Spitzendesignern.
Die würde ich mir selbst sicher nicht kaufen.
Weil dieser Designerteile ihnen zu teuer sind?
Nicht deshalb, nein, sondern weil ausgiebige Einkaufstouren und das lästige
Anprobieren nicht unbedingt zu meinen Lieblingsbeschäftigungen gehören.
Zudem kann ich leider gar nicht mehr shoppen, ohne dass mich Fans erkennen und
mir ständig folgen. Glauben sie mir, das ist kein besonders entspannendes
Einkaufserlebnis! Insofern bin ich ganz dankbar dafür, dass sich andere
Gedanken darüber machen, was mir gut stehen könnte und diese Teile
gleich in der passenden Größe mit ins Studio bringen.
Haben Sie einen Lieblingsdesigner?
Ich finde die Kollektionen des Engländer Neil Barrett sehr ansprechend.
Dieser Mix aus lässigen Freizeitlook und Chic gefällt mir.
Sie hatten in diesem Jahr Ihre ersten großen Auftritte
als Präsentor bei den Golden Globes und der Oscar-Verleihung. Fühlen
Sie sich auch im Smoking wohl?
Bei solchen Anlässen wird einem ja ganz offiziell mitgeteilt, dass man
doch bitte im Smoking erscheinen möge. Und ich finde das auch gut, so ein
Smoking hat einfach was Festliches. Ich mag es nur nicht, wenn die Fliege oder
Krawatte zu fest sitzt. Ansonsten trage ich ganz gern man Anzug oder einen Smoking.
Allerdings bin ich froh, wenn ich zu Hause dann wieder barfuß und im T-Shirt
rumlaufen kann.
Wo ist denn ihr Zuhause?
Nun, vielleicht sollte anstatt Zuhause besser Hotel sagen. In den vergangenen
Monaten habe ich nämlich die meiste Zeit in Hotelsuiten verbracht. Das
wird auch in diesem Jahr wieder so sein, wenn wir ab März gleich an zwei
Fortsetzungen von „Fluch der Karibik“ arbeiten.
Lassen Sie sich auf Ihren Reisen von der Mode anderer
Länder beeinflussen?
O ja, ich habe mir etwa in Marokko während der Dreharbeiten zu „Troy“
einige Lederslipper gekauft. Mit denen sehe ich zwar aus, wie Ali Baba, aber
sie sind extrem bequem. Und aus der Karibik habe ich mir ein paar Schmuckteile
mitgebracht.
Was für eine Art Schmuck tragen Sie am liebsten?
Ich mag lange Halsketten und Armreife, davon habe ich zig verscheide Varianten.
Aus Stahl, Leder, Stein.
Und wie lange stehen sie morgens vor dem Spiegel?
Nur ein paar Minuten. Ich bin niemand, der sich gern stylt. Manchmal rasiere
ich mich tagelang nicht, weil ich schlicht zu faul bin. Ich schmiere mir nach
der Dusche ein bisschen Gel in die Haare, das war es dann auch schon. Was meine
Frisur betrifft, da genieße ich den gleichen beruflichen Luxus wie bei
der Kleiderauswahl. Ich gehe nur sehr selten zum Friseur, sondern lasse mir
die Haare meistens kostenlos am Filmset schneiden.
Welche Äußerlichkeiten würden Sie gern
an sich verändern?
Ich würde definitiv nichts operieren lassen, das käme für mich
nicht in Frage. Ich bin zufrieden mit meinen Aussehen. Das Einzige vielleicht:
Seit ich nicht mehr rauche, knabbere ich oft an meinen Fingernägeln. Dementsprechend
unansehnlich sind meine Nägel. Aber ich arbeite daran, mir diese schlechte
Angewohnheit abzugewöhnen.
Quelle Instyle April 2005