Was Geschah während des "Herrn der Ringe" - Drehs und der Arbeit mit den Pferden?

 

Es sollte einer der größten Herausforderungen für Peter Jackson und seine Crew werden. Denn immerhin sollten bis zu 6000 Pferde gleichzeitig auf der Leinwand zu sehen sein.

Für Tolkien spielten Pferde eine wichtige Rolle. Tolkien diente im 1. Weltkrieg in Frankreich. Der 1. Weltkrieg war auch der letzte Krieg, in denen man zu Pferde ritt. In dieser Zeit baute Tolkien eine sehr enge Bindung zu den Pferden auf, welche die Truppen aufs Schlachtfeld begleitet hatten.

Don Reynolds und Grahame Ware trainierten die Pferde mit dem so genannten Liberty Training. Dabei darf sich das Pferd frei bewegen – ohne Leine. Die Peitschen werden nur eingesetzt, um die Richtung zu zeigen und um Impulse nach vorne anzugeben.

Basil Clapham, Spitzenreiter aus Neuseeland ritt als Double für Ian McKellen um all die gefährlichen Szenen mit Domero zu reiten. Er ritt ohne Sattel und ohne Trense, nur mit einer dünnen Schnurr um Domeros Hals, um zur Not bremsen zu können. Allerdings klappte das auch nicht immer. Basil hatte am Set wohl die härteste Arbeit.

Für die Pferde wurden spezielle Trainingskurse entworfen. Sie mussten an Säcken vorbei, über Planen und anderes. Dies wurde gemacht, damit sich die Pferde an das „Chaos“ des Sets gewönnen konnten.

Ursprünglich hatte man für Bregolas ein anderes Pferd trainiert. Doch dieses Pferd hatte sich als nicht einsetzbar herausgestellt. Als Uraeus ankam, war eine seiner ersten Szene, die von der Schlacht in Helms Klamm. Viggo Mortensen hatte dort große Probleme ihn halten zu können. Denn Uraeus hatte Panik und mochte den Dreh ganz und gar nicht. Bei seinen zweiten Dreh allerdings fühlte er sich schon wesentlich wohler. Irgendwann entwickelte er eine große Liebe zur Kamera. Kein anderes Pferd durfte sich zwischen ihm oder die Kamera drängen.

Außerdem musste man die Hengste immer auseinander halten. Da es sonst zu Rangkämpfen kam.

Viggo war stets der erste der zum Set kam, sein Pferd von der Koppel holte, es liebevoll putzte und ausreiten ging. Uraeus wurde zu Viggos besten Freund, er hatte sogar im Stall geschlafen. Viggo wollte so die Bindung von Brego zu Aragorn real darstellen und das ging seiner Meinung nach nur über eine enge Bindung von Viggo zu Uraeus.


Die ganzen Schauspieler haben viel Zeit mit den Pferden verbracht. Bernard Hill nahm oftmals extra Reitstunden, obwohl er es nicht nötig hatte. Aber Bernard wollte viel Zeit mit seinem Pferd verbringen und ritt oft zusammen mit Miranda.

Probleme hatte Dominic Monaghan mit seinen Pferd. So sehr er es auch versuchte. Er bekam das weiße Pony einfach nicht vom Fleck.

Ein weiteres Problem für alle was das „Action-Problem“. Nach einiger Zeit hatten sich die Pferde daran gewöhnt. Sobald „And Action“ ertönte, durften sie losrennen. Nach einiger Zeit kam man nicht mal mehr zum „AC..“ und die Pferde rannten schon los. Deshalb kam nach einiger Zeit nach „And Action“ sondern „Und Weihnachtsbäume“ . Auch Bernard Hills Pferd drehte dabei oft durch.

David Wenham war kein sehr guter Reiter. Sein Pferd ging ihn bei dem Dreh auf dem Angriff auf Osgiliath durch. Schon als „And Action“ ertönte stürmte sein Pferd im gestreckten Galopp davon und David konnte es nicht mehr halten. Daher mussten einige von Davids Szenen auf dem Fass gedreht werden.

Richard Talyer kreierte ein Computer-Animiertes Pferd – Namens Phony Pony. Es konnte Augen, Maul und Ohren bewegen und auch in allen drei Gangarten laufen. Peter Jackson liebte es, sich ebenfalls in einer Drehpause drauf zu setzen.


Die größte Herausforderung für Pferd und Reiter sollte die Schlacht auf den Pennelorfeldern werden. Peter Jackson wollte 250 Reiter mit ihren Pferden. Ca. 30 Pferde konnten von der Firma genommen werden und somit wurden noch 220 Pferde mit ihren Reitern in ganz Neuseeland gesucht. Stephen Old, half bei der Suche und trieb auch so viele Pferde auf. Allerdings gingen noch mal ca. 70 Reiter, da ihnen der Dreh zu anstrengend wurde. So wurde also nur mit 180 Pferden gedreht.

Die große Gefahr in dem Dreh lag in den Kaninchen. Da diese kleinen Tiere überall in den Boden Löcher gegraben hatten. Die Pferde durften nicht hineintreten und deshalb wurde das gesamte Feld immer wieder durchsucht und die Löcher mit Erde aufgefüllt.

Es gab keine Verletzte bei dem Dreh. Ein Reiter stürzte, wurde aber wie durch ein Wunder nicht verletzt.